Springe direkt zu Inhalt

Neue Blicke auf ein archiviertes Interview. Janine Schemmer und Philipp Freyburger im Gespräch mit Linde Apel

Wie analysiert man vorhandene Interviews, die von anderen geführt wurden und zu denen wenig Kontextinformationen vorliegen? Im folgenden Video interpretieren Forschende verschiedener Disziplinen gemeinsam und diskursiv ein ausgewähltes Interview aus dem Portal Oral-History.Digital. Die Aufzeichnung dieser Interpretationssitzung unterstützt die Methodenreflexion zur digital unterstützten Sekundäranalyse von Oral History-Interviews.

Idee und Gespräch: Linde Apel, Philipp Freyburger, Janine Schemmer. Gespräch am 8.9.2025 auf der Basis des Interviews von Patrick Wagner mit Stanislaw und Gabriela Janczur am 1.2.1993 in Hamburg, FZH/WdE 460. Schnitt: Marc Schemmer. Technische Bearbeitung: Tobias Kilgus. Automatische Untertitelung mit ASR4Memory. Entstanden 2025/2026 im Projekt Oral-History.Digital

Das Portal „Oral.History-Digital“ versammelt eine große Zahl von Interviews aus sehr diversen Kontexten. Diese Interviews wurden zu verschiedenen Zeiten von unterschiedlichen Personen mit unterschiedlichen Themen und Erkenntnisinteressen geführt. Das Portal möchte damit den Zugang zu bisher verstreut vorhandenen Interviews erleichtern.

Wie geht man aber mit Interviews um, die man nicht selbst geführt hat und bei denen möglicherweise nur das Interview selbst ohne weitere Kontextinformationen vorliegt? Diese Fragen werden in den letzten Jahren verstärkt in den Debatten zur Sekundäranalyse gestellt. Einerseits wurden mittlerweile sehr viele Interviews geführt und archiviert. Andererseits hat sich die Zugänglichkeit wie etwa über das Portal Oral History Digital vereinfacht. Auch dadurch wächst das Interesse an methodischen Fragen des Umgangs mit nichtselbstgeführten Interviews.

Am Beispiel eines Interviews, das der Historiker Patrick Wagner 1993 mit Stanislaw und Gabriela Janczur geführt hat, diskutieren die Kulturwissenschaftlerin Janine Schemmer, der Linguist Philipp Freyburger und die Historikerin Linde Apel aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven und versuchen sich im kollaborativen Sehen, Hören und Analysieren.

Das Interview gehört zur Sammlung der Werkstatt der Erinnerung an der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg. Es ist in Gänze einzusehen im Portal Oral-History.Digital unter https://portal.oral-history.digital/fzh-wde/de/interviews/fzh-wde0460. Dafür ist eine Freischaltung nötig. 

Auszüge aus dem Interview sind auch im Online-Dossier Migration und Mobilität der Werkstatt der Erinnerung zu sehen. Das Gespräch über dieses Interviews wurde am 8. September 2025 geführt und entstand im Rahmen des von der DFG geförderten Projekts Oral-History.Digital.

Inhaltsübersicht

1. Einführung und Vorstellung der Beteiligten (0:00)
2. Vorstellung des Interviews und der Interviewten (3:12)
3. Die erste Interviewsequenz: Gesprächsanfänge (10:28)
4. Die zweite Interviewsequenz: Vergangenes vergegenwärtigen (Auschwitz) (24:41)
5. Die dritte Interviewsequenz: Vergangenes Vergegenwärtigen (DP-Camp) (32:54)
6. Die vierte Interviewsequenz: Gesprächsgrenzen und Abbrüche (35:44)
7. Fazit: Plädoyer für einen gemeinsamen Austausch (57:07)
8. Weiterführende Literatur (1:02:47)

Es sprechen