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Anleitungen, Richtlinien, Mustervorlagen, Links

Hier finden Sie Anleitungen und Vertragsdokumente zur Nutzung von Oral-History.Digital und zur Langzeitarchivierung. Außerdem gibt es eine Auswahl von Empfehlungen, Mustervorlagen und Links zur Archivierung von Interviewsammlungen.

Dabei geht es um Themen wie Förderung, Datenmanagementplan, Interviewführung, Aufnahmetechnik und Medienformate, Einverständniserklärungen, RisikoabschätzungSpracherkennung, Transkription, Erschließung, Software und Weiteres.

Anleitungen für Oral-History.Digital

Vertragsunterlagen für Oral-History.Digital 

Langzeitarchivierung

Die Mediendateien werden in der Rechercheumgebung Oral-History.Digital als komprimierte mp3- oder mp4-Dateien bereitgestellt, die für die Wiedergabe im Web optimiert sind (Nutzungsformat). Für die Langzeitarchivierung der hochwertigen Audio- und Videodateien in der bestmöglichen Medienqualität (Archivierungsformat) kooperiert Oral-History.Digital mit dem BAS CLARIN Repository am Bayerischen Archiv für Sprachsignale (BAS) der LMU München (Infos). Dafür muss eine gesonderte Vereinbarung mit dem BAS getroffen werden.

Empfehlungen und Mustervorlagen zur Archivierung von Oral History-Interviews

Diese Dokumente wurden in unterschiedlichen Interviewprojekten entwickelt und erprobt. In jedem neuen Projekt müssen sie je nach Zielsetzung, Umständen und Finanzrahmen angepasst werden. Auch wenn sie Best-Practice-Beispiele sind, müssen sie entsprechend der technischen oder rechtlichen Entwicklungen fortgeschrieben werden. Die Dokumente werden ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne Gewähr bereitgestellt. Ergänzungsvorschläge und weitere Dokumente werden gerne entgegengenommen.

Grundsätzliche Überlegungen zur Archivierung von Oral History-Sammlungen:

Förderung / Antragstellung

Immer mehr Fördereinrichtungen verlangen eine nachhaltige Bereitstellung der in den Projekten erarbeiteten Forschungsdaten (z. B. Interviews) auf dafür geeigneten Repositorien. Seit 2022 sind in DFG-Anträgen Ausführungen zum Umgang mit Forschungsdaten verpflichtend (Info Wissenschaft, 14.3.2022). Hilfreich ist dafür die Einreichung eines Datenmanagementplans (DMP). Kosten, die bei der Sicherung von Forschungsdaten über Infrastrukturen wie Oral-History.Digital anfallen, können bei der DFG unter der Rubrik „Sonstige Kosten“ erläutert und beantragt werden (Informationen zu beantragbaren Mitteln). Die dafür erforderliche Kostentabelle ist auf dieser Seite unter "Vertragsunterlagen" bereitgestellt.

Datenmanagementplan (DMP)

Ein Datenmanagementplan (DMP) hilft bei der effektiven, nutzungsfreundlichen, datenschutzgerechten und nachhaltigen Projektplanung. Zudem wird er von vielen Förderern bei der Antragstellung verlangt oder empfohlen. Verschiedene Checklisten und Mustervorlagen stehen dafür im Internet bereit. Spezifische Vorlagen für die Oral History gibt es nicht, nur beispielhafte Entwürfe aus einzelnen Projekten.

Interviewführung

Die Bereitstellung von Interviews in Oral-History.Digital orientiert sich an der biografisch-narrativen Methode bei der Interviewführung als zentraler Grundlage für alle weiteren Bearbeitungsschritte. Entsprechende Richtlinien und Vorlagen zur Interviewführung unterstützen eine sammlungsübergreifende Konsistenz, unterscheiden sich aber dennoch stark von Projekt zu Projekt. Im Folgenden einige Beispiele:

Film-, Bild- und Tonaufnahme

Nur eine hochwertige Aufnahme erzeugt Videos, Audios und Bilddokumente, die gut nachbearbeitet (z. B. Spracherkennung) und vielfältig genutzt werden können. Zentral ist dabei eine respektvolle Darstellung der Interviewten. Die folgenden Empfehlungen erlauben auch bei einem begrenzten Budget gute Ergebnisse.

  • Film_Bild_und_Tonaufnahme_ohd_2022_04_01.pdf
    Jan Henselder und Alexander von Plato, Film-, Bild- und Tonaufnahme. Empfehlungen für die Aufzeichnung von Oral History-Interviews, Projekt "Oral-History.Digital" am Bereich Digitale Interview-Sammlungen der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin, Version 1.1, 01.04.2022, Lizenz: CC-BY-NC-ND/3.0/de, https://www.oral-history.digital

Einverständniserklärungen

Das informierte Einverständnis der Interviewten und anderer am Interview Beteiligter muss stets eingeholt und dokumentiert werden. Urheber- und Datenschutzrecht sind ebenso zu beachten wie forschungsethische Fragen, etwa im Hinblick auf die CARE-Prinzipien. Die rechtlichen Bedingungen verändern sich im Laufe der Jahre, die übliche Praxis unterscheidet sich in verschiedenen Disziplinen, Epochen und Ländern sowie in Abhängigkeit vom Nutzungszweck. Dementsprechend unterschiedlich sind die folgenden Beispiele aus verschiedenen Projekten. Oral-History.Digital ermöglicht die Bereitstellung von Interviews in einem geschützten Rahmen. Wem und wie Sie Ihre Interviews zugänglich machen dürfen, obliegt Ihrer Entscheidung.

Risikoabschätzung

Mit diesem Formular soll abgewogen werden, welches rechtliche Risiko bei der Veröffentlichung und Nutzung von Ton- und Video-Aufnahmen in der Sammlung der Gedenkstätte Buchenwald besteht. Gedacht ist das Formular als Hilfe für die Rechtedokumentation bei der Online-Stellung der Aufnahmen auf der Plattform Oral-History-Digital, aber auch generell für die Festlegung der Nutzungsbedingungen. Das Dokument ist ein Entwurf. Rückfragen und Ergänzungen können gerne an <mwegewitz@buchenwald.de> geschickt werden.

Spracherkennung und Alignment

Die Automatische Spracherkennung (ASR) kann bei guter Aufnahmequalität und klarer Aussprache in gängigen Sprachen ein brauchbares Rohtranskript erzeugen. In vielen Fällen ist aber eine manuelle (Nach-)Transkription erforderlich. Für Durchsuchbarkeit und Untertiteldarstellung sind kleinschrittige, etwa satzbasierte Timecodes erforderlich, die gleich beim Transkribieren oder im Nachhinein (Alignment) eingefügt werden können. Für Spracherkennung und Alignment arbeitet Oral-History.Digital mit den Webservices des Bayerischen Archivs für Sprachsignale (BAS) an der LMU München zusammen. Ein zusätzlicher Spracherkennungsservice mit Whisper ist im Projekt ASR4Memory in Vorbereitung. 

Transkription

Transkripte machen die Audio- und Video-Interviews durchsuchbar und zitierbar. Je nach Forschungsdisziplin, Zielsetzung und Budget gibt es geglättete oder detaillierte, leicht lesbare oder sorgfältig annotierte, automatisch erzeugte oder manuell nachbearbeitete, mit vielen oder wenigen Timecodes versehene Transkriptionen. Dementsprechend vielfältig sind die sammlungsspezifischen Transkriptionsrichtlinien, die Qualität und Vergleichbarkeit der Transkripte sichern sollen. Welche Dateiformate in Oral-History.Digital verarbeitet werden können, erfahren Sie im Hilfe-Wiki unter "Transkript hochladen".

  • Sie können unterschiedliche Transkriptionsprogramme verwenden: InqscribeOctra, f4transkript, AmberscriptTrint u.a., wenn Sie die richtigen Einstellungen (bezüglich Timecode-Formaten, Sprecherkürzel etc.) und die richtigen Exportformate (s. "Transkript hochladen") wählen. 
  • Transkriptionsregeln_Zwangsarbeit_1939_1945.pdf
    von Plato, Alexander, Transkriptionsrichtlinien des Projekts "Dokumentation lebensgeschichtlicher Interviews mit ehemaligen Sklaven- und Zwangsarbeitern" 2005
  • Woggon, Helga: Transkription und Übersetzung. Video-Interviews als Lesetexte, in: Zeugen der Shoah. Die didaktische und wissenschaftliche Arbeit mit Video-Interviews des USC Shoah Foundation Institute, Berlin 2012, S. 24-28, https://www.zeugendershoah.de/unterrichtsmaterialien/vha_broschuere/index.html.
  • Schmidt, Thomas, Hedeland, Hanna. Frick, Elena: Ein Standard in der Praxis: ISO 24624:2016. Transcription of spoken language, in: Helling, Patrick/Speer, Andreas/Eide, Øyvind (Ed.): FORGE 2021: Forschungsdaten in den Geisteswissenschaften - Mapping the Landscape - Geisteswissenschaftliches Forschungsdatenmanagement zwischen lokalen und globalen, generischen und spezifischen Lösungen (FORGE2021). Meeting: Cologne, 08.09.2021 - 10.09.2021, DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.5379639
  • Czerwiakowski, Ewa: Die Übersetzung eines Interviewtranskripts als Repräsentation der Originalquelle, in: Erinnern an Zwangsarbeit. Zeitzeugen-Interviews in der digitalen Welt, hg. v. Nicolas Apostolopoulos und Cord Pagenstecher, Berlin: Metropol 2013, S. 121-126

Erschließung

Die wissenschaftliche Erschließung kann unterschiedliche Schritte umfassen: Metadatenverzeichnung, Transkription, Verschlagwortung, Anlegen eines Inhaltsverzeichnisses, Beschreibung der Fotos und Begleitmaterialien, editorische Anmerkungen, Übersetzung etc. Je nach Forschungsdisziplin, Zielsetzung und Budget gibt es unterschiedliche Erschließungsrichtlinien.

  • Erschliessungsrichtlinien_Eiserner_Vorhang_2022_03_02.pdf
    Richtlinien für die wissenschaftliche Erschließung narrativer Video-Interviews, erarbeitet von Peter Kompiel, Lydia Dollmann und Lilly-Allegra Hickisch im Bereich Digitale Interview-Sammlungen der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin für das Projekt „Eiserner Vorhang. Tödliche Fluchten und Rechtsbeugung gegen Ausreisewillige und Flüchtlinge“, 19.01.2022, https://eiserner-vorhang.de

Software

Die Software von Oral-History.Digital steht als Open Source zur Verfügung.

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