Anleitungen, Richtlinien, Mustervorlagen, Links
Hier finden Sie Anleitungen und Vertragsdokumente zur Nutzung von Oral-History.Digital. Außerdem gibt es eine Auswahl von Empfehlungen, Mustervorlagen und Links zur Archivierung von Interviewsammlungen.
Dabei geht es um Themen wie Förderung, Datenmanagementplan, Interviewführung, Aufnahmetechnik und Medienformate, Online-Interviews, Einverständniserklärungen, Risikoabschätzung, Transkription, Spracherkennung, MMT, Alignment, Erschließung, Topic Modeling, Langzeitarchivierung, Software und Weiteres.
Anleitungen für Oral-History.Digital
- Recherchieren: für Forschende
- Mitmachen: zur Erschließung neuer Interviewarchive
- Hilfe: Software-Anleitung für Recherche und Redaktion
Vertragsunterlagen für Oral-History.Digital
- Vertrag über eine Wissenschaftliche Dienstleistung (pdf, Muster)
- Anlage 1: Geschäftsbedingungen (pdf)
- Anlage 2: Kostentabelle (pdf)
- Anlage 3: Archivbeschreibung (docx, ausfüllbar)
- Vereinbarung zur Gemeinsamen Verantwortung über die Datenverarbeitung („Joint Control“, pdf, Muster) mit Anlage "TOM" für Archivinhaber (docx, ausfüllbar)
- Kontaktdaten-Formular für den Vertragsschluss
Empfehlungen und Mustervorlagen zur Archivierung von Oral History-Interviews
Die folgenden Dokumente wurden in unterschiedlichen Interviewprojekten entwickelt und erprobt. In jedem neuen Projekt müssen sie je nach Zielsetzung, Umständen und Finanzrahmen angepasst und entsprechend der technischen oder rechtlichen Entwicklungen fortgeschrieben werden. Sie werden ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne Gewähr bereitgestellt. Ergänzungsvorschläge und weitere Dokumente werden gerne entgegengenommen.
Grundsätzliche Überlegungen zur Archivierung von Oral History-Sammlungen:
- Erinnerungen und Algorithmen. Oral History im digitalen Wandel. Themenschwerpunkt, BIOS – Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen, 1+2-2025, https://doi.org/10.3224/bios.v38i1-2
- Linde Apel, Almut Leh, Cord Pagenstecher, Oral History im digitalen Wandel. Interviews als Forschungsdaten, in: Linde Apel (Hg.), Erinnern, erzählen, Geschichte schreiben. Oral History im 21. Jahrhundert, Berlin: Metropol 2022, 193-222, https://zeitgeschichte-hamburg.de/files/public/FZH/PDF/apel_erinnern_ebook_offen.pdf
- Andrea Althaus, Linde Apel, Oral History, Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 28.03.2023, https://dx.doi.org/10.14765/zzf.dok-2478
Förderung / Antragstellung
Im Sinne der FAIR-Prinzipien verlangen immer mehr Fördereinrichtungen eine nachhaltige Bereitstellung der in den Projekten erarbeiteten Forschungsdaten (z. B. Interviews) auf dafür geeigneten Repositorien. Hilfreich ist dafür die Einreichung eines Datenmanagementplans (DMP). Kosten, die bei der Sicherung von Forschungsdaten über Infrastrukturen wie Oral-History.Digital anfallen, können bei der DFG unter der Rubrik „Sonstige Kosten“ erläutert und beantragt werden (Informationen zu beantragbaren Mitteln). Die dafür erforderliche Kostentabelle ist auf dieser Seite unter "Vertragsunterlagen" bereitgestellt.
Datenmanagementplan (DMP)
Ein Datenmanagementplan (DMP) hilft bei der effektiven, nutzungsfreundlichen, datenschutzgerechten und nachhaltigen Projektplanung. Zudem wird er von vielen Förderern bei der Antragstellung verlangt oder empfohlen. Verschiedene Checklisten und Mustervorlagen stehen dafür im Internet bereit. Spezifische Vorlagen für die Oral History gibt es nicht, nur beispielhafte Entwürfe aus einzelnen Projekten.
- Empfehlungen der DFG zum Umgang mit Forschungsdaten
- Empfehlungen der FU Berlin zum Forschungsdatenmanagement
- Empfehlungen von OpenAIRE für einen Datenmanagementplan
- Beispiel-DMP für ein Interviewprojekt mit Hilfe von Oral-History.Digital (Entwurf)
Interviewführung
Die Bereitstellung von Interviews in Oral-History.Digital orientiert sich an der biografisch-narrativen Methode bei der Interviewführung als zentraler Grundlage für alle weiteren Bearbeitungsschritte. Entsprechende Richtlinien und Vorlagen zur Interviewführung unterstützen eine sammlungsübergreifende Konsistenz, unterscheiden sich aber dennoch stark von Projekt zu Projekt. Im Folgenden einige Beispiele:
- Interviewrichtlinien_Eiserner_Vorhang_2022_03_02.pdf
Interviewrichtlinien. Richtlinien für die Führung narrativer Video-Interviews mit Mustervorlagen, erarbeitet von Lydia Dollmann und Dorothee Wein im Bereich Digitale Interview-Sammlungen der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin für das Projekt „Eiserner Vorhang. Tödliche Fluchten und Rechtsbeugung gegen Ausreisewillige und Flüchtlinge“, 13.6.2019, https://eiserner-vorhang.de - Interviewrichtlinien "Zwangsarbeit 1939-1945. Erinnerungen und Geschichte" (2005/2006)
Alexander von Plato, Interview-Richtlinien, in: Hitlers Sklaven: Lebensgeschichtliche Analysen zur Zwangsarbeit im internationalen Vergleich, hrsg. von Alexander von Plato, Almut Leh und Christoph Thonfeld, Wien: Böhlau 2008, 443-450 (Interview-Richtlinien des "Internationalen lebensgeschichtlichen Dokumentationsprojekts zur Sklaven- und Zwangsarbeit", zugänglich im Online-Archiv "Zwangsarbeit 1939-1945. Erinnerungen und Geschichte", https://www.zwangsarbeit-archiv.de)
Film-, Bild- und Tonaufnahme
Nur eine hochwertige Aufnahme erzeugt Videos, Audios und Bilddokumente, die gut nachbearbeitet (z. B. Spracherkennung) und vielfältig genutzt werden können. Zentral ist dabei eine respektvolle Darstellung der Interviewten. Die folgenden Empfehlungen erlauben auch bei einem begrenzten Budget gute Ergebnisse.
- Film_Bild_und_Tonaufnahme_ohd_2022_04_01.pdf
Jan Henselder und Alexander von Plato, Film-, Bild- und Tonaufnahme. Empfehlungen für die Aufzeichnung von Oral History-Interviews, Projekt "Oral-History.Digital" am Bereich Digitale Interview-Sammlungen der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin, Version 1.1, 01.04.2022, Lizenz: CC-BY-NC-ND/3.0/de, https://www.oral-history.digital
Online-Interviews
Zunehmend werden Videoplattformen wie Zoom für Distanz-Interviews genutzt. Dabei gibt es technische und ethische Aspekte zu beachten.
- Sielaff, S., Sloan, S.M., Cain Darough, A.A., & Holland, M. (2024): Oral History at a Distance: Reflections on Ethical Practices in a New Era, Baylor University Institute for Oral History, Routledge, https://doi.org/10.4324/9781003206606
Rechtliche und ethische Fragen
Bei der Bereitstellung von Interviews sind Urheber- und Datenschutzrecht ebenso zu beachten wie forschungsethische Fragen, etwa im Hinblick auf die CARE-Prinzipien. Oral-History.Digital ermöglicht die Bereitstellung von Interviews in einem geschützten Rahmen. Wem und wie Sie Ihre Interviews zugänglich machen dürfen, obliegt aber stets Ihrer Entscheidung. Im Projekt Open.Oral-History werden Empfehlungen dafür erarbeitet.
- Open.Oral-History: Empfehlungen und Werkzeuge für die Risikobewertung, Anonymisierung und Bereitstellung rechtlich geschützter und ethisch sensibler audiovisueller Interviews
- Handreichungen von Qualiservice
- Leh, Almut: Forschungsethische Probleme in der Zeitzeugenforschung [BIOS 13 (2000), Heft 1, 64-76], BIOS – Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen, 1+2-2019, S. 247-258. https://doi.org/10.3224/bios.v32i1-2.18
- Sheftel, Anna and Stacey Zembrzycki: Who’s Afraid of Oral History? Fifty Years of Debates and Anxiety about Ethics, in: Oral History Review, vol. 43 no. 2, 2016, p. 338-366, muse.jhu.edu/article/631338
-
Pagenstecher. Cord: Zugänglichkeit, Respekt und Macht. Die FAIR- und CARE-Prinzipien für Forschungsdaten in der Oral History, BIOS – Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen, 1+2-2025, S. 15-33, https://doi.org/10.3224/bios.v38i1-2.04
Einverständniserklärungen
Das informierte Einverständnis der Interviewten und anderer am Interview Beteiligter muss stets eingeholt und dokumentiert werden. Die übliche Praxis unterscheidet sich in verschiedenen Disziplinen, Epochen und Ländern. Dementsprechend unterschiedlich sind die folgenden Beispiele aus verschiedenen Projekten.
- Muster-Einverständniserklärung im Archiv „Deutsches Gedächtnis“ der Fernuniversität Hagen, https://www.fernuni-hagen.de/geschichteundbiographie/deutschesgedaechtnis
- Muster-Einverständniserklärung des LWL-Industriemuseums, https://www.lwl-industriemuseum.de/de/wissenschaft/projekte/erinnerungsarchiv/
- Muster-Einverständniserklärung für das Projekt „Eiserner Vorhang. Tödliche Fluchten und Rechtsbeugung“, https://eiserner-vorhang.de
- Muster-Einverständniserklärung (Entwurf im Projekt "Oral-History.Digital" als Word-Dokument)
- Muster-Datenschutzvereinbarung (Entwurf im Projekt "Oral-History.Digital" als Word-Dokument)
- Vorlagen für die Informierte Einwilligung von Qualiservice
Risikoabschätzung
Die Entscheidungskriterien für die Art der Bereitstellung sollten für jedes Interview dokumentiert werden. Hilfreich ist dabei dieser Entwurf einer Risikoabschätzung.
- Anita Ganzenmüller, Markus Wegewitz, Formular zur Abschätzung des rechtlichen Risikosund der Folgekosten bei der Nutzung von historischen Ton- und Bildaufnahmen aus der Sammlung der Gedenkstätte Buchenwald, Entwurf, 10.06.2024
Mit diesem Formular soll abgewogen werden, welches rechtliche Risiko bei der Veröffentlichung und Nutzung von Ton- und Video-Aufnahmen in der Sammlung der Gedenkstätte Buchenwald besteht. Gedacht ist das Formular als Hilfe für die Rechtedokumentation bei der Online-Stellung der Aufnahmen auf der Plattform Oral-History-Digital, aber auch generell für die Festlegung der Nutzungsbedingungen. Das Dokument ist ein Entwurf. Rückfragen und Ergänzungen können gerne an <mwegewitz@buchenwald.de> geschickt werden.
Transkription
Je nach Forschungsdisziplin, Zielsetzung und Budget gibt es geglättete oder detaillierte, leicht lesbare oder sorgfältig annotierte, automatisch erzeugte oder manuell nachbearbeitete, mit vielen oder wenigen Timecodes versehene Transkriptionen. Dementsprechend vielfältig sind die sammlungsspezifischen Transkriptionsrichtlinien, die Qualität und Vergleichbarkeit der Transkripte sichern sollen. Oral-History.Digital unterstützt vor allem timecodierte Transkripte, die mit der Mediendatei gekoppelt und als Untertitel angezeigt werden können. Welche Dateiformate Sie wie in Oral-History.Digital einstellen können, erfahren Sie im Tutorial "Transkript hochladen".
- Oral-History.Digital empfiehlt den von der FU Berlin datenschutzkonform betriebenen Transkriptionsservice ASR4Memory. Die dadurch mit einer Automatischen Spracherkennung (ASR) erstellten Rohtranskripte können in Oral-History.Digital nachbearbeitet werden.
- Sie können unterschiedliche Transkriptionsprogramme verwenden: Inqscribe, Octra, f4transkript, Amberscript, Trint u.a., wenn Sie die richtigen Einstellungen (bezüglich Timecode-Formaten, Sprecherkürzel etc.) und die richtigen Exportformate (s. "Transkript hochladen") wählen.
- Empfehlungen zu Transkriptionszeichen
Online-Hilfe zu "Oral-History.Digital" - Transkriptionsregeln "Eiserner Vorhang"
Freie Universität Berlin, Universitätsbibliothek, Bereich Digitale Interview-Sammlungen, Projekt „Eiserner Vorhang. Tödliche Fluchten und Rechtsbeugung gegen Ausreisewillige und Flüchtlinge“, Richtlinien für die Transkription und Segmentierung narrativer Video-Interviews - Transkriptionsregeln_Zwangsarbeit_1939_1945.pdf
von Plato, Alexander, Transkriptionsrichtlinien des Projekts "Dokumentation lebensgeschichtlicher Interviews mit ehemaligen Sklaven- und Zwangsarbeitern" 2005 - Columbia University Center for Oral History Research, Oral History Transcription Style Guide, 2022
- Woggon, Helga: Transkription und Übersetzung. Video-Interviews als Lesetexte, in: Zeugen der Shoah. Die didaktische und wissenschaftliche Arbeit mit Video-Interviews des USC Shoah Foundation Institute, Berlin 2012, S. 24-28, https://www.zeugendershoah.de/unterrichtsmaterialien/vha_broschuere/index.html.
- Schmidt, Thomas, Hedeland, Hanna. Frick, Elena: Ein Standard in der Praxis: ISO 24624:2016. Transcription of spoken language, in: Helling, Patrick/Speer, Andreas/Eide, Øyvind (Ed.): FORGE 2021: Forschungsdaten in den Geisteswissenschaften - Mapping the Landscape - Geisteswissenschaftliches Forschungsdatenmanagement zwischen lokalen und globalen, generischen und spezifischen Lösungen (FORGE2021). Meeting: Cologne, 08.09.2021 - 10.09.2021, DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.5379639
- Czerwiakowski, Ewa: Die Übersetzung eines Interviewtranskripts als Repräsentation der Originalquelle, in: Erinnern an Zwangsarbeit. Zeitzeugen-Interviews in der digitalen Welt, hg. v. Nicolas Apostolopoulos und Cord Pagenstecher, Berlin: Metropol 2013, S. 121-126
Spracherkennung
Die Automatische Spracherkennung (ASR) kann bei guter Aufnahmequalität und klarer Aussprache in gängigen Sprachen ein brauchbares Rohtranskript erzeugen, das bereits detaillierte Timecodes enthält. In vielen Fällen ist aber eine manuelle (Nach-)Transkription erforderlich.
Das Projekt ASR4Memory hat einen Service zur automatischen Transkription von audiovisuellen Forschungsdaten aus den historisch arbeitenden Geisteswissenschaften entwickelt. ASR4Memory nutzt die Whisper-Technologie, mit der derzeit 30 Sprachen transkribiert werden können (Liste der Sprachmodelle). Vor der Spracherkennung werden die Audiofrequenzbereiche automatisch optimiert. Die erzeugten Transkripte sind mit wort- oder satzbasierten Zeitmarken und Sprecherkennzeichnungen versehen. Verschiedene Exportformate (u.a. csv, vtt, TEI-xml) ermöglichen einen direkten Import in die Erschließungsplattform Oral-History.Digital, aber auch eine manuelle Nachbearbeitung in einem Transkriptionsprogramm. Die Daten werden datenschutzkonform ausschließlich auf lokal betriebenen Infrastrukturen der Freien Universität Berlin verarbeitet. Der Service ist über das Media Management Tool (MMT) von Oral-History.Digital erreichbar.
Bei der Spracherkennung arbeitet Oral-History.Digital zudem mit den Webservices des Bayerischen Archivs für Sprachsignale (BAS) an der LMU München zusammen. Dafür gibt es eine Anleitung zur automatischen Spracherkennung (von Audiodateien) im BAS.
- Transkriptionsservice ASR4Memory
Media Management Tool
Das Media Management Tool (MMT) unterstützt Forschende der Freien Universität Berlin (FUB) und anderer Forschungseinrichtungen bei der Verarbeitung audiovisueller, multimodaler Forschungsdaten. Es dient dem Transfer von Daten, auch großer Mediendateien, ihrer Transkodierung in Nutzungsformate, automatischen Transkription, multimodalen Anonymisierung und inhaltlichen Erschließung zu wissenschaftlichen Zwecken. Das MMT wird als Teil von Oral-History.Digital von der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin betrieben. Alle Daten werden ausschließlich auf den Servern der FUB verarbeitet, auch bei Nutzung von KI-gestützten Werkzeugen. Die Nutzung setzt eine Freischaltung der Nutzenden durch die FUB voraus. Dazu muss den MMT-Geschäftsbedingungen zugestimmt werden.
Der Zugang zu MMT wird auf Anfrage an mmt@oral-history.digital bereitgestellt.
Alignment
Transkripte machen die Audio- und Video-Interviews durchsuchbar und zitierbar. Für Durchsuchbarkeit und Untertiteldarstellung sind kleinschrittige, etwa satzbasierte Timecodes erforderlich, die gleich beim Transkribieren oder im Nachhinein (Alignment) eingefügt werden können. Wenn Sie bereits Transkripte ohne Timecodes haben, können Sie das automatische Alignment in den Webservices des Bayerischen Archivs für Sprachsignale (BAS) an der LMU München nutzen. Dafür gibt es eine Anleitung zum automatischen Alignment (vorhandener Transkripte ohne Timecodes) im BAS. Dies erfordert allerdings eine gründliche Vorbereitung der Transkripte und liefert nicht immer die gewünschten Ergebnisse. In vielen Fällen wird eine automatische Spracherkennung zur Erzeugung neuer, nun timecodierter Transkripte effizienter sein.
Erschließung
Die wissenschaftliche Erschließung kann unterschiedliche Schritte umfassen: Metadatenverzeichnung, Transkription, Verschlagwortung, Anlegen eines Inhaltsverzeichnisses, Beschreibung der Fotos und Begleitmaterialien, editorische Anmerkungen, Übersetzung etc. Oral-History.Digital unterstützt diese Erschließungsschritte mit seiner konfigurierbaren Redaktionsoberfläche und unterstütztenden Software-Werkzeugen. Je nach Forschungsdisziplin, Zielsetzung und Budget gibt es unterschiedliche Erschließungsrichtlinien.
- Erschliessungsrichtlinien_Eiserner_Vorhang_2022_03_02.pdf
Richtlinien für die wissenschaftliche Erschließung narrativer Video-Interviews, erarbeitet von Peter Kompiel, Lydia Dollmann und Lilly-Allegra Hickisch im Bereich Digitale Interview-Sammlungen der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin für das Projekt „Eiserner Vorhang. Tödliche Fluchten und Rechtsbeugung gegen Ausreisewillige und Flüchtlinge“, 19.01.2022, https://eiserner-vorhang.de
Topic Modeling
Zur Unterstützung der teilnehmenden Interviewarchive hat die an Oral-History.Digital mitwirkende FernUniversität Hagen einen Topic-Modeling-Service entwickelt, der die automatische Erstellung von Inhaltsverzeichnissen und Themenregistern unterstützt. Grundlage ist ein auf Basis von 991 Interviews aus sieben verschiedenen Archiven berechnetes und evaluiertes Topic-Modell. Über ein Register von 100 Topics können nun im Archiv "Deutsches Gedächtnis" gezielt Textpassagen zu entsprechend gelabelten Themen gefunden werden. Der Orientierung innerhalb der mehrstündigen Interviews dienen klickbare Inhaltsverzeichnisse, die aus den Topics erzeugt wurden. Zudem unterstützt ein interaktives Dashboard die Analyse der Interviews. Daneben ist eine eigenständig zu bearbeitende Topic-Modeling-Pipeline (OHTM) entstanden.
- Automatische generierte Inhaltsverzeichnisse und Themenregister - Einführung zu Topic Modeling in Oral-History.Digital (Philipp Bayerschmidt/Dennis Möbus, Stand 05/25)
- Bayerschmidt, Philipp (2025): OHTM. An Oral History Topic Modeling Pipeline, in: Journal of Digital History, 2025 (submitted)
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Bayerschmidt, Philipp/Möbus, Dennis: Leben gelabelt. Computergestützte Inhaltverzeichnisse für Oral-History-Interviews, BIOS – Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen, 1+2-2025, S. 83-104, https://doi.org/10.3224/bios.v38i1-2.09
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Franken, Lina und Dennis Möbus (2024): Mensch und Maschine als Team. Exploratives Topic Modeling und manuelle Annotation in der qualitativen Sozialforschung, in: Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften 9 (2024), DOI: 10.17175/2024_003
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GitHub, https://github.com/oral-history-digital/OHD-Topic-Modeling
Langzeitarchivierung
Die Mediendateien werden in der Rechercheumgebung Oral-History.Digital als komprimierte mp3- oder mp4-Dateien bereitgestellt, die für die Wiedergabe im Web optimiert sind (Nutzungsformat). Für die Langzeitarchivierung der hochwertigen Audio- und Videodateien in der bestmöglichen Medienqualität (Archivierungsformat) kooperiert Oral-History.Digital mit dem BAS CLARIN Repository am Bayerischen Archiv für Sprachsignale (BAS) der LMU München (Infos). Dafür muss eine gesonderte Vereinbarung mit dem BAS getroffen werden.
- Bayerisches Archiv für Sprachsignale (BAS), Langzeitarchivierung von Interview-Sammlungen. Informationen für Sammlungsinhaber (Florian Schiel - 2.5.2022)
- Bayerisches Archiv für Sprachsignale (BAS), Langzeitarchivierung, Mustervertrag (PDF), Mustervertrag (docx)
Software
Die Software von Oral-History.Digital steht als Open Source zur Verfügung.
Weiteres
- IDEA How-To: Oral History Interviews vorbereiten und führen. Video-Tutorials und Arbeitsmaterial
- Oral History Association (USA), Resources
- Columbia Center for Oral History Research (CCOHR), Services and Resources
- Baylor University Center for Oral History Resources
- DFG-Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten
- DFG-Handreichung: Empfehlungen zu datentechnischen Standards und Tools bei der Erhebung von Sprachkorpora
- DFG-Handreichung: Informationen zu rechtlichen Aspekten bei der Handhabung von Sprachkorpora
- Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen, Schwerpunktinitiative "Digitale Information": Forschungsdaten
- Hollstein, Betina/ Strübing, Jörg (Hrsg.): Archivierung und Zugang zu Qualitativen Daten. RatSWD Working Paper 267/2018, Berlin: Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten 2018, https://doi.org/10.17620/02671.35
- Bayerisches Archiv für Sprachsignale (BAS) an der LMU München; Information, Standards, Templates
- Paul Klimpel, In Bewegung. Die Rechtsfibel für Digitalisierungsprojekte in Kulturerbe-Einrichtungen, hg. v. Digitales Deutsches Frauenarchiv und digiS Berlin, 2022, https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0297-zib-86485
- Oral History Association (USA), OHA Principles and Best Practices, 2018
- Donald A. Ritchie: Doing Oral History: A Practical Guide, Oxford University Press, 3. ed. 2014
